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Das Drei-Liter-Haus
In Anlehnung an das Drei-Liter-Auto,
das jahrelang lediglich als Zielgröße existierte, ist seit noch nicht
allzu langer Zeit auch beim Hausbau vom Drei-Liter-Haus die Rede. Wie schon beim
Passivhaus hat sich auch beim Drei-Liter-Haus das Fraunhofer Institut für
Bauphysik einen Namen gemacht und auf diesem Gebiet auch einiges an Forschungsarbeit
beigetragen. Für Häuser mit einem vergleichbar niedrigen Verbrauch setzt
sich zunehmend auch die Bezeichnung "Ultra-Niedrigenergiehaus" durch.
Welchen Energieverbrauch
ein Haus tatsächlich in der Praxis aufweist, hängt sehr stark vom Nutzerverhalten
ab. Bei Durchschnittlich 24° Raumtemperatur und ständig gekippten Fenstern,
lässt sich unmöglich ein niedriger Verbrauch erreichen. In einem milden
Winter wird natürlich auch weniger verbraucht, als in einem besonders strengen.
Als Kriterium für den Energieverbrauch eines Hauses gilt daher generell der
rechnerische Verbrauch entsprechend den einschlägigen Berechnungsvorschriften.
Viele Techniken und Maßnahmen
beim Drei-Liter-Haus stammen vom Passivhaus, einer Bauweise, die (auf dem Papier)
auf eine Heizanlage vollständig verzichten kann. Wir halten allerdings den
Passivhaus-Standard für voreilig eingeführt. Es gibt viel zu wenig Praxiserfahrung
(in der Regel maximal zwei keineswegs strenge Winter). Es müssen deutlich
Einschränkungen bei der Planung des Hauses in Kauf genommen werden, ebenso
wie nicht unerhebliche Mehrkosten. Kurz gesagt: Ein Haus ohne Heizanlage bei im
übrigen noch viel zu wenig ausgereifter und bewährter Technik, ist den
meisten Bauherrn (nicht ohne Grund) ganz einfach suspekt.
Im Gegensatz dazu gibt
es beim Drei-Liter-Haus kaum Einschränkungen hinsichtlich der Planung, aber
deutlich Komfortvorteile gegenüber einer Standardausführung und die
Gewissheit, dass sich selbst wenn über einen längeren Zeitraum unerwartet
tiefe Temperaturen herrschen, sich das Haus noch uneingeschränkt beheizen
lässt.
Ein Drei-Liter-Haus lässt
sich nicht in althergebrachter Bauweise erstellen, in mancherlei Hinsicht ist
ein Umdenken erforderlich. Wer jedoch ohne Vorurteile an die Sache herangeht,
wird schnell feststellen, dass unter dem Strich nur Vorteile übrig bleiben.
Kurz skizziert die Summe
der möglichen technischen Maßnahmen, mit denen sich ein Drei-Liter-Haus
realisieren lässt:
- Luftdichte Gebäudehülle;
- Kontrollierte Be- und
Entlüftung mit Wärmerückgewinnung;
- Frischluftzufuhr über
Erdwärmetauscher;
- Verstärkte Dämmung
der Gebäudehülle;
- Fensterverglasung mit
erhöhter Wärmedämmung.
Optional:
- Solaranlage mit Integration
des Warmwasserspeichers in die Wärmerückgewinnungsanlage.
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